Rezension Nosliw "Mittendrin" (2004, Downbeat)Autor: Christian D. für Agentur 73 (force@agentur73.de)
Endlich das ganze Paket!
Review zur Album "Mittendrin" (Release 11.10.2004)
Label: Downbeat (Warner Music)
geschrieben von Christian Dinse für Rapboard.de,
September 2004 (veröffentlicht am 1.Oktober 2004)
Vielen Dank an Marius von Rootdown Records für die Scheibe und all' den Support!
Erwartungsvoll reiße ich den weissen Umschlag auf. Entgegen springt mir ein edles Hochglanz-Digipack. Man könnte, unbeeinflusst durch die Vorgeschichte Nosliws, meinen, das Cover soll blenden und von der Produktion ablenken, weil es vielleicht etwas zu verbergen gibt. Das pure Gegenteil ist der Fall.
Die LP ist so fein, jeder einzelne Song so harmonisch ausgearbeitet, dass man dem Künstler in der Tat zu einem Meisterwerk gratulieren kann, zu dem es im gegebenen Genre, deutschsprachig, so gut wie kein Weiteres gibt. Nosliw ist nunmal anders. Wie bereits in der Single-Review (27.09.2004 Rapboard.de) erwähnt, schafft es der Junge hervorragend, reggaetypische Klänge - entgegen der Regel - mit allerhand alltäglichen Problemen und Dingen wortreich zu präsentieren, fern ab von allzu gewohnten Jah-Preisungen, denn den erwähnt er, mir jedenfalls nicht bekannt, kein einziges Mal.
Es fällt schwer aus den 16 Titeln irgendwelche herauszuziehen um sie zu besprechen aber ein absoluter Favourit meinerseits ist...
..."Musik", eine Hymne an eine jahrtausende alte Kunst. "Du bist das Bindeglied das alle Welt vereint, was uns den Schutz und Halt gibt ... ich glaub' ich seh' dich schon als meine Religion an aus der ich Kraft zieh ... du baust mich auf und du bringst mich durch ohne dass ich dir zur Last lieg'".
...die poetische Liebeserklärung "Königin" zusammen mit Max Herre. Daran anknüpfend "Neben dir". Ein Traum.
...das aufbauende "Manchmal" und "Garnicht so mies", die jedem der deprimiert und traurig ist zeigen, dass man trotz' aller Probleme nicht alleine dasteht und es immer Licht am Ende des Tunnels gibt. "ich beschwer mich nur aber mir geht's garnicht so mies wie ich mir denk', es gibt Millionen denen geht es noch viel schlimmer..."
...die Dancehallhymne "Alarm", die nicht mehr Worten bedarf, das Ding macht seinem Namen alle Ehre.
Es sei Jedem ans Herz gelegt beim Plattenhändler des Vertrauens etwas Zeit zu investieren und dem Album Gehör zu widmen. Entäuschen wird diese Erfahrung nämlich auf keinen Fall!