Single: Wie Weit
Interpret: Nosliw

Nosliw ist wieder Solo!
Review zur "Wie weit"-Single (Release 27.09.2004)
First Preview zum Album "Mittendrin" (Release 11.10.2004)
Label: Downbeat (Warner Music)
geschrieben von Christian Dinse für Rapboard.de,
August 2004 (angepasst am 27.September 2004)
Vielen Dank an Marius von Rootdown Records für die Scheibe und Support!
Auch wenn irgendwer den originalen Releaseterminen der Nosliw-Single und des Albums hart zugesetzt hat und das Material etwas später als erwartet kommt, kann der Stoff den Menschen nicht ewig vorenthalten werden. Der Moment ist jetzt endlich gekommen und die Produktion überzeugt. Aussagekräftig und sprachgewandt packt Nosliw das tägliche Leben am Schopf, packt es in all seinen Fassetten auf reggaetypische Tunes und baut so Stück für Stück eine Atmosphäre hoher Güte um den Hörer auf.
"Wie lang schon produzier'n wir Gifte/ Wie lang schon wird gar nichts erreicht auf Umweltgipfeln/
Wie viele Konvention'n zu Gunsten von Uncle Sam/ Wie viel Verantwortung bleibt bei den Mittellosen häng'n"
Wie kein anderer versteht es Nosliw immer wieder aufs Neue, tiefgründige Wahrheiten aus dem Ärmel zu schütteln - über den weitverbreiteten apokalyptischen Hedonismus seiner Umwelt und die Skrupel- und Rücksichtslosigkeit derer, die das Sagen haben.
Nosliw mischt sich ein, interveniert, klagt an und verurteilt, was ihm nicht passt, preist, was er liebt. Noch nie hat es ein deutscher Reggae-/Dancehall-Artist so gut verstanden, Consciousness in unsere Sprache und kulturellen Kontext zu übersetzen. Auf "Mittendrin" (LP, Release 11.10.2004) wird weder Jah gepriesen noch werden andere Jamaika-typischen Themen 1:1 übernommen. Hier wird vor der eigenen Tür gekehrt, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren.
Nosliw spricht an, was ihn berührt und betrifft. Neben politischen Themen sind das z.B. auch der Verlust einer Liebsten ("Tag für Tag"), das Glück das Licht der Welt in einer Frau gefunden zu haben ("Königin" feat. Max Herre), die Lust am Feiern ("Yes", "Alarm"), die eigene Geschichte ("Begegnungen" feat. Nattyflo) oder das Wissen um die eigenen Privilegien und dass Jammern hierzulande ("Gar nicht so mies").
History
Angefangen hat Nosliw Anfang der 90er als Rapper bei D.U.G. (Die unendlichen Gedichte), wo er sich das Handwerkszeug in Sachen Reimen und Performen aneignete und über den Bonn/Rhein-Sieg-Kreis hinaus erste Lorbeeren erntete. Als er 1999 mit einem der ersten deutschsprachigen Dancehall-Deejays, Nattyflo, die Single „Babylon“ einspielte, erinnerte er sich an den Soundtrack seiner Kindheit und entdeckte die Melodie als geeigneteres Mittel, seine Inhalte an die Massive zu bringen. Nattyflo war es auch, der ihn mit ins Kölner Rootdown-Camp schleppte, wo er als Singjay fortan einen Riddim nach dem anderen voicte und 2002 die vielfach bejubelte EP „In vollen Zügen“ veröffentlichte. Aber nicht nur das hauseigene Label, musikalisch angeführt von Produzent Teka, ist scharf auf die satte Stimme des gelernten Logopäden. Kaum ein Riddim verlässt die einschlägigen Riddim-Schmieden der Republik, ohne dass Nosliw ihn veredelt hat: Pow Pow, Germaica, Seeed, Silly Walks, Beatschmieda, Ganjaman... Egal ob mit Sound Systems im Club oder mit Live Band auf den Bühnen der großen Festivals, Nosliw hat noch jede Massive gerockt.
Mehr Informationen
http://www.nosliw.dehttp://www.rootdown-artists.comNosliw mit Gentleman auf Tour:
09.10.2004 Alter Schlachthof, Dresden
www.alter-schlachthof.de10.10.2004 Ringlokschuppen, Bielefeld
www.ringlokschuppen.com11.10.2004 E-Werk, Köln
www.e-werk-koeln.de13.10.2004 Capitol, Hannover
www.capital-hannover.de14.10.2004 Halle 400, Kiel
15.10.2004 Werk 2, Leipzig
www.werk-2.de16.10.2004 Pier 2, Bremen
18.10.2004 Capitol, Mannheim
www.capitol-mannheim.de19.10.2004 Soundgarden, Dortmund
www.soundgarden-online.com.