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Autor Thema: [26. März 1998] Kein Vergeben. Kein Vergessen.  (Gelesen 1014 mal)
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Force
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FORCENATION RECORDS


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« am: 26.März.2004 00:26:59 »

TRAURIGKEIT

Aus Solidaritaet nehme ich heute Abstand davon, allzu persoenliche Dinge in den Raum zu stellen. Am 26.März 1998 war Nate der erste der mir die Nachricht überbrachte ("Ein Nazi hat einen erstochen"). Stark berührt von dem Gedanke was falsch läuft in dieser Stadt. Als die Situation immer klarer wurde und Jana als Opfer betitelte brach die heile Welt vollkommen in sich zusammen.

Als einige Tage später plötzlich mein Telefon klingelte und ihre Mutter mich anrief, um sie zu treffen, Dinge zu bereden, waren meine Hände wie am ersten Tag kalt.

Wir trafen uns an einer Bushaltestelle, im Hintergrund, als Schutz, Menschen in einem Auto. Der schwärzeste Tag im Leben einer Mutter, es rührte mich zu Tränen.


KEIN VERGEBEN. KEIN VERGESSEN. Saalfeld, 26.März 2004!




Um die schrecklichste Tat die ich im Leben miterleben musste nie aus den Augen zu verlieren gibt es nun, sechs Jahre danach, ein Aufrechterhalten der geschriebenen Dinge von damals.




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Traurigkeit
 
In diesen Tagen ist es die Traurigkeit, die unser Leben regiert. Ausgelöst durch eine sinnlose, nicht zu erklärende Tat.
Wie, so frage ich, kann eine Person soetwas tun ? Wie kann sie derartiges Entsetzen, ja derartige Traurigkeit über die Menschen bringen ? Es dauerte nur einen Augenblick, doch der folgende Schmerz wird nie wieder ganz zu heilen sein. Es bleibt immer eine Erinnerung. Sicher, es gab einen Lichtblick. Es hätte alles wieder gut werden können, doch es sollte nicht sein. Vielleicht war es ja auch besser ! Denn so wie es kam, hat es Dich wenigstens vor diesen unbeschreiblich grausamen Gefühlen verschont. Und auch wir werden es schaffen darüber hinweg zukommen, denn in unserem tiefen Inneren haben wir die Gewißheit, dass Du da, wo immer Du sein magst, glücklich bist.

Christian D. (Force), 27. März 1998

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Heute hätte Jana Jugendweihe
OTZ Saalfeld, den 28. März 1998 - von Thomas Spanier
 
Trauer, Entsetzen, aber auch Wut prägten am 27. März 1998 die Stimmung in Saalfeld. Trauer und Schmerz um die 14jährige Jana G., die am Tag zuvor von einem früheren Mitschüler auf offener Straße erstochen wurde. Heute hätte Jana Jugendweihe gehabt. Jana und der inzwischen geständige Michael P. kannten sich seit langem. Sie waren gemeinsam eingeschult worden und wechselten in der 5. Klasse gemeinsam auf das Gorndorfer Gymnasium, das Michael P. nach einem Jahr wieder verließ. Schon damals galt er als psychisch labil. Er war deshalb zuletzt auch in psychiatrischer Behandlung und hatte erst Mitte Januar einen mehrwöchigen stationären Aufenthalt im Landesfachkrankenhaus für Psychiatrie in Stadtroda beendet. Das Zusammentreffen der beiden am Donnerstag nachmittag geschah zufällig. Jana war mit dem Fahrrad und in Begleitung einer Freundin in Richtung Innenstadt unterwegs, als er ihr ebenfalls mit Fahrrad entgegenkam. Nach einem Geschubse, "wie es unter Jugendlichen diesen Alters nicht so selten ist", so Oberstaatsanwalt Arndt Koeppen, habe der Junge plötzlich ein Butterflymesser gezogen und damit dem Mädchen in den Hals gestochen, das wenige Minuten später daran verblutete. Der kurz nach der Tat verhaftete 15jährige Regelschüler Michael P. hat laut Kriminalhauptkommisar Dietmar Schröter, der die Ermittlungen führt, bei den Vernehmungen ein umfassendes Geständnis abgelegt. Als Motiv habe er eine verbale Auseinandersetzung vom vergangenen Herbst angegeben, als er von dem Mädchen als "Scheiß-Fascho" beschimpft worden sei und anschließend von einer Jugendgruppe durch die Saalfelder Innenstadt gejagt wurde. Dafür habe er sich aus gekränkter Eitelkeit rächen wollen. Auch eine von ihr verschmähte Zuneigung seinerseits soll eine Rolle gespielt haben. Ein politischer Hintergrund der Tat wird von der Polizei, aber auch von den Angehörigen des Opfers ausgeschlossen. Uwe Köhler, Sachbereichsleiter Verbrechensbekämpfung der Polizeidirektion Saalfeld, sagte, weder Jana noch der geständige Täter hätten irgend einer politisch orientierten Szene angehört. Zwar sei das Mädchen mehrfach im Saalfelder Jugendklubhaus, einem Treff der linksalternativen Szene, gesehen worden, doch sei sie in der Szene selbst nie in Erscheinung getreten. In der Freizeit trainierte sie leichtathletische Disziplinen, spielte in einer Mädchenfußballmannschaft und war Fan der Kicker von Borussia Dortmund. Der ein Jahr ältere Beschuldigte habe sich mehrfach bei der rechten Szene in Gorndorf angebiedert, sei von diesem Personenkreis aber nicht akzeptiert worden, hieß es bei der Polizei. Auch Streetworker bestätigten, daß der Junge in der Szene völlig unbekannt gewesen sei. Der Großvater von Jana verwahrte sich gestern dagegen, daß die Kinder für die politische Welt der Erwachsenen benutzt werden. Seine Enkeltochter sei keine Linksalternative gewesen, in dem schrecklichen Vorfall habe sich nichts Politisches abgespielt, sagte er gestern in einem Gespräch. Weil von bestimmten Kreisen versucht würde, die Tat politisch zu instrumentalisieren, habe er sich trotz seines Schmerzes über den Verlust der geliebten Enkelin entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Mit tränenerstickter Stimme bat der Großvater gestern vor laufenden Fernsehkameras eindringlich: "Helfen Sie mit, daß wir dem Mädchen im Familienkreis eine anständige Trauerfeier ohne politische Kundgebung ermöglichen können". Die Angehörigen von Jana wünschen keine Demonstrationen und Mahnwachen im Zusammenhang mit der Tat. Trotz des bewegten Appells von Janas Großvater plant das Saalfelder Bündnis gegen Rechts heute eine Demonstration. Eine erste spontane Demonstration hatte es noch am Donnerstag abend in Saalfeld gegeben. Über 200 junge Leute demonstrierten mit Sprechchören wie "Nazis raus" und "Trauer und Wut in dieser Stadt" durch die Innenstadt. Auch in Berlin demonstrierten Anhänger der Antifaschistischen Aktion Berlin unter dem Motto "Wandelt Wut und Trauer in Widerstand". Die Thüringer Landesarbeitsgemeinschaft Antirassismus hatte noch am Tattag entgegen allen gesicherten Erkenntnissen eine vom Gewerkschaftsfunktionär Angelo Lucifero unterzeichnete Erklärung verbreitet, daß die Ermordete zum weiteren Umfeld der linksalternativen Szene gehört, während der Tatverdächtige der rechten Szene zugeordnet werde.
 
 

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Pietät und Politik
OTZ Saalfeld, den 28. März 1998 - von Thomas Spanier
 
Der Schmerz über die schreckliche Bluttat sitzt tief. Eine Stadt trauert und alle, die Jana kannten, sind fassungslos.
Wie konnte es soweit kommen? Diese Frage ist auch nach den ersten Ermittlungsergebnissen der Polizei und dem Geständins des 15jährigen Täters noch nicht restlos beantwortet. Wie so oft, sind die einfachen Antworten nicht die bestten. Es scheint, als paßten weder Jana noch Michael in irgendwelche Schubladen, in denen sie mache Leute nur zu gerne sehen würden, die schon wenige Stunden nach der Tat vorverurteilende Nachrichten in alle Welt sandten.
"Nazis ermorden 14jährige Linke in Saalfeld" war die Botschaft, die etwa in Berlin ankam. Wenn der Großvater der erstochenen Jana trotz des Schmerzes an die Öffentlichkeit geht, um zu bitten, daß der Tod seiner geliebten Enkelin nicht politisch instrumentalisiert wird, so kann man nur hoffen, daß sein Wunsch in Erfüllung geht. Und muß doch befürchten, daß dort, wo Märtyrer gebraucht werden, die Pietät unterliegt.
 
 

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Sammlung für die Beerdigung
OTZ Saalfeld, den 28. März 1998
 
Jugendliche entschlossen sich gestern mittag zu einer spontanen Sammlung für die getötete Jana. Das Geld soll der Mutter helfen, die Kosten für die Beerdigung aufzubringen. Binnen weniger Stunden kamen über 500 Mark zusammen.
 
 

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Betroffenheit und Trauer um Jana
OTZ Saalfeld, den 28. März 1998
 
Betroffenheit und Trauer herrscht vor allem in Gorndorf über den Mord an Jana G. Am Gartenzaun am Bernhardsgrabenweg, der Stelle der Bluttat Blumen unter anderen von ihren Mitschülern, die sie am Mittag nach Schulschluß dort niedergelegt hatten. Viele verharren hier in stillem Gedenken, legen Blumen hin. Manche zünden eine Kerze an. Nicht wenige sind den Tränen nahe, oft auch nach dem Weggehen nicht ansprechbar. In den Gesichtern Trauer, Fassungslosigkeit, "Ich versetze mich in die Lage der Mutten, Jana hätte heute Jugendweihe gehabt... so etwas ist absolut nicht gut für Saalfeld", meint Frau Pooch. Mit Tränen in den Augen kommt Manuela B. an den Tatort.
"Das ist ganz schlimm, meine Freundin hat mich angerufen, ich konnte es erst gar nicht glauben...". "Es ist echt traurig, daß soetwas passieren kann. Man muß sich das einmal vorstellen, ich habe selbst Kinder. Jetzt sind sie auf einmal alle psychisch belastet. Es ergeben sich viele Fragen", meint Frau Gisela. Andreas, Berufsfachschüler, 16 Jahre, kennt Jana vom Klubhaus. "Da haben wir manchmal gequatscht, was wir so machen und so. Sie war total nett". Das sagt auch Jacqueline: "Wir sind mit ihr öfter weggegangen, manchmal auch ins Klubhaus". Vom frühen Morgen an erklärt Monika Tippelt, Schulleiterin des Erasmus-Reinhold-Gymnasiums, Medienleuten, daß die auf dem Schulgelände keine Fragen zu Jana zuläßt. "Wir Lehrer und die Schüler sind tief betroffen. Es ist wie ein Schock. Unfälle hatten wir schon, aber einen Mord noch nie. Das ist auch für die Kinder schwer. Da muß Trauerarbeit möglich werden".
Ihre Mitschüler haben Janas Platz mit Blumen geschmückt und "Jana wir werden Dich nie vergessen" an die Tafel geschrieben. "Wir müssen die Situation selbst erst verarbeiten", so Claudia im Jugendförderverein. Sie schmückt Blumen mit Trauerflor für Jana. Steetworker Jens Klein ist geschockt. "Es ist unvorstellbar, wir wollen ganz normal arbeiten", so Eckard Müller. Selbst in der rechten Szene gibt es kein Verständnis für die Tat", so der Leiter des Stadtteilzentrums. Der 19jährige Ronny Dornaus hatte Janas Mutter die Todesnachricht überbracht, nachdem er geholfen hatte, Janas Mörder festzuhalten. "Ich sagte ihr, daß ein schlimmer Unfall passiert ist, sie konnte es zuerst gar nicht fassen".







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Ein ganz normales, sehr intelligentes Mädchen
Jana war bei vielen Altersgenossinnen beliebt
 
"Jana war sehr intelligent, ein Mädchen wie viele", sagt Monika Tippelt, Schulleiterin des Erasmus-Reinhold-Gymnasiums über ihre Ex-Schülerin. Mehr konnte, wollte sie nicht sagen. Natürlich mit Hoffnung und Sehnsüchten, der Neugierde und dem Temperament der Jugend. Wozu auch gehört, einmal spontan den Hauch der großen weiten Welt zu spüren. Ihren Halt aber hatte sie in ihrer Heimatstadt. Wohl auch deshalb mochten die meisten Jana. Häufig war sie mit Klassenkameradin Miriam zusammen. Auch am Donnerstag, als sie mit ihren Rädern in die Stadt fahren wollten. Sie ist dabei von Michael P. angehalten worden, der ebenfalls mit einem Freund unterwegs war. Jana und Michael P. kannten sich seit der 1. Klasse, besuchten gemeinsam die Grundschule, waren später in einer Klasse im Gymnasium. Jana war recht sportlich, sie betrieb Leichtathletik, Weitsprung, Ballwurf, Dauerlauf, spielte im VfL 06 Fußball.

Samstag, 27. März 1999, 20:49:20
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citox
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« Antworten #1 am: 26.März.2004 13:45:59 »

eine grausame tat..eine Rache die mehr als  überflüssig war...
rest in peac..

tot dem typen der das getan hat...
man sieht die íntiligenz der nazis..gleich null

berührt hat es mich..vorallem weil sie noch so jung war...
mehr kann ich nicht sagen..
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The3rd
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« Antworten #2 am: 26.März.2004 15:40:46 »

ich bin gerad verdammt berührt davon...
mehr kann und will ich auch nicht sagen weil es einfach alles ausdrückt und zu viele worte unpassend sind...
einfach schrecklich sowas....
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cbi
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« Antworten #3 am: 26.März.2004 16:04:15 »

berühren tut dies einen auf jedem Fall und mehr Worte zu verlieren ist glaub ich auch unnötig weil man am Ende eh nicht das ausdrücken kann was wohl die betroffenen empfinden
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Joy
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« Antworten #4 am: 26.März.2004 17:15:13 »

Nicht wissend, welche Worte zu wählen hoffe ich, dass sie da, wo sie jetzt ist,Frieden gefunden hat.
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sunlight makes me paranoid.
Companiero
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« Antworten #5 am: 26.März.2004 18:51:31 »

ich hab jetzt schon ein paar mal angefangen ca. 1000 zeilen dazu zu schreiben...aber irgendwie passts nicht....war/ist die jugend so Konfliktunfähig?
wie kaltblütig muss man sein um eine freundin nieder zu stechen die man seit fast nem Jahrzehnt kennt??
welche schmerzen famillie und freunde durchlitten und durchleiden....
wieviele Manschen werden dieses Jahr wieder an ihrem grab stehen......
wann besuch ich mal wiedere das grab meiner Ex-freundin....
und schon wieder hab ich das Gefühl, dass das irgendwie falsch rüberkommt was ich schreibe...
aber mehr als blankes entsetzen kann man nicht empfinden wenn man sowas liest...
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And now they say they wanna get me signed to the majors If I switch up my politics and change my behavior
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4ce
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« Antworten #6 am: 27.März.2004 09:46:18 »

respekt und viel frieden
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setzt dich auf mein schoß,
und du siehst auch in dir steckt ein guter musiker!-biztram

als ich auf eine radioaktive webseite gelang, wurde aus
einem herkömmlichen chatroboter '4ce'. seit dem bin ich
im world wide web gefangen!

ich töte den Tod, solange bis er gestorben ist - 4ce
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