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Autor Thema: Ohne Titel  (Gelesen 223 mal)
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Joy
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« am: 09.März.2004 21:13:11 »

Eine kleine Deutschhausaufgabe.
Man sollte eine halbe Stunde irgendwo rumsitzen wo Action ist und irgendeinen Text schreiben.
Das Ergebnis folgt nun, unverbessert, deswegen an manchen Stellen ungeschliffen.

Was ich damit bezwecken will, weiß ich eigentlich selber nicht, aber vielleicht liest es ja wer Wink

---------

Noch ist nichts los.
Die Ruhe vor dem Sturm sozusagen, welcher sich innerhalb der nächsten Haltestellen einstellen wird.

Ganz hinten sitzt Michael, der von seinen Freunden aber lieber Mike genannt wird. Mike mag HipHop Musik und kleidet sich
auch so. Er trägt Kopftuch unter Kappe und zu große Hosen, dazu Daunenjacke.
Lässig sitzt er, die Hand im Schritt und seine Umwelt böse anblickend, auf seinem Thron in der letzten Reihe. Der
Lautstärkepegel seiner Musik ist nicht gesund, aber das macht ihm nichts, denn schließlich möchte er, dass die anderen
sei es gewollt oder ungewollt, mithören können.
Am Wochenende geht Mike mit seinen Freunden, die er übrigens mit Handschlag, in ihrem Jargon auch 'Check' genannt,
begrüßt, in Discotheken, die sie aber nur 'Disse' nennen und reißt 'Bunnys' auf. Das sind Mädchen mit denen Mike gerne
Geschlechtsverkehr hätte, oder aber andere sexuelle Handlungen an und mit ihnen praktizieren würde.
Mike fährt natürlich nur noch mit dem Bus, weil die Führerscheinprüfung erst in einem halben Jahr annähernd greifbar
sein wird. Danach darf er auch mal Papas Wagen nehmen.

Jetzt geht der Sturm los.
Der Kampf um die Sitzplätze. Wer einen hat, bleibt von weiteren Drängeleien verschont.
Mikes Freunde haben einen Sitzplatz sicher, denn die letzte Reihe ist für sie reserviert. Jeder der dennoch den Versuch
unternimmt, sich dort hinzusetzen, wird mit eindeutiger Bemerkung und Geste des Platzes verwiesen.

Jennifer aber darf dort sitzen, sie gehört nämlich zum Kreise der Auserwählten.
Sie ist eigentlich vierzehn, sieht aber wie sechzehn aus und fühlt sich auch so. Jennifer hat leider Komplexe wegen ihrer
abstehenden Ohren, die eigentlich nicht abstehen. Deswegen bindet sie ihre wasserstoffblondierten Haare darüber und setzt
noch eine ballonartige Mütze in modischem rosa darauf, damit alles sicher hält.
Gerade tritt Jennifer mit ihrem babyblauen Markenturnschuh ihre Coladose durch den Bus, da diese entleert ist und sie "kein
Bock hat, den Scheiß mitzunehmen, der Busfahrer räumt das eh auf, dafür bezahlen meine Eltern das Scheiß-Ticket!"
Wenn sie am Wochenende mit die Disco besucht, trinkt Jenny, wie sie von ihren Freunden genannt wird, am liebsten Smirnoff
Ice. Dass dieses Getränk nun teurer wird, findet sie blöd, da sie Bier und andere alkoholischen Getränke nicht mag, weil man
da den Alkohol zu sehr schmeckt.

Dennis ist gerade ausgestiegen.
Eigentlich fährt er noch eine Station, aber er muss noch zur Bank um das Geld für die Jacke, welche er im Internet bestellt
hat, zu überweisen.

Im Dreier, ganz nah bei den 'Coolen aus der letzten Reihe' sitzt Daniel.
Daniel ist zwölf und wäre später gerne mal genauso cool wie Mike und seine Freunde. Gekleidet ist er jetzt schon so.
Gerade führt Tim ihm sein neues Handy vor. Mit Fotoapparat. Daniel findet das toll und besäße gerne auch eins, aber seine
Mutter erlaubt ihm dies nicht. Das findet er gemein, denn dann dürfte er sicher auch mal bei Mike und seinen Freunden in der
heimlichen Raucherecke stehen.

Jetzt wird Jenny angerufen, aber sie hat jetzt keine Zeit zu reden und ruft deswegen "heute Abend nochmal an" und erzählt
dann alles.
Jenny muss jetzt nämlich aussteigen.
Sie nimmt die Lacktasche und verabschiedet sich mit Küsschen von ihren Freunden.
Auf ihrem Weg zur Tür wird sie noch einmal ausfallend, was sonst selbstredend eigentlich nicht ihre Art ist, von ihr aber in
dem Moment mit den im Weg stehenden Leuten gerechtfertigt wird, die sie besonders gerne als 'Spasties' bezeichnet.

Die Reihen lichten sich langsam.
Zusammen mit Mike steigt auch Tim aus, weil sie heute Mittag zusammen Playstation 'zocken' wollen.

Dafür betreten Melanie und ihre Freundinnen den Bus. Sie riechen nach Cigarettenqualm und sehen gelangweilt aus. Genauso
langweilig sind sie auch. Sie tragen Jeans und Turnschuhe und Kombinieren dies mit unauffälligen Jacken.
Am Wochenende gehen sie lieber ins Kino als Tanzen.

An dieser Stelle verlasse ich den Bus und frage mich noch ob der tägliche Wahnsinn der so genannten 'Buskinder' wahrlich und
wahrhaftig so interessant ist, dass er es verdient, niedergeschrieben zu werden.

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Änk
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sunlight makes me paranoid.
cbi
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« Antworten #1 am: 11.März.2004 06:44:46 »

hier schreibt ja keiner dazu,ich fand es recht amüsant und hab gut gegrinst als ich es gelesen hab,vor allem bei manchen Beschreibungen von Personen
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Seei
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« Antworten #2 am: 11.März.2004 08:02:40 »

ich  find es sehr treffend beschrieben ,denn so erlebe ich die Kids auch oft genug im Bus
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Lieber nix tun als mit viel Aufwand gar nix schaffen  Wink
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